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| Südafrika |
Gansbaai
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Gansbaai
Gansbaai
Gansbaai ist ein kleiner Fischerort im äußersten Süden Südafrikas. Neben der Fischerei bildet der Tourismus eine aufstrebende Einnahmequelle, und hier bildet wiederum der Weiße Hai eine der Hauptattraktionen. Schon seit geraumer Zeit geben sich hier die Haiforscher, Fotografen und Filmteams die Klinke in die Hand, und etwa seit 1994 befindet sich auch das »Shark-Watching« und Käfigtauchen für Touristen im Aufschwung. Die Klimabedingungen können in Gansbaai rau und kalt sein, und die See zeigt sich auch nicht immer von der freundlichen Seite. Im Sommer, dann wenn in Europa General Winter herrscht, klettert aber auch hier das Thermometer in subtropische Zonen.

Viele der Einwohner sind übrigens direkte Nachfahren der Schiffbrüchigen der »HMS Birkenhead«, die sich nach dem Untergang ihres Schiffes im Jahr 1852 an die Küste der Gansbaai gerettet hatten - was längst nicht allen Soldaten, Seeleuten und Passagieren an Bord dieses Schiffs gelungen war: 445 von 638 Menschen an Bord kamen ums Leben. Allerdings wurden alle Frauen und Kinder gerettet, da sie konsequent zuerst in die Rettungsboote geschickt wurden. Heute ist das Wrack ein beliebter Tauchplatz mit 28 Metern Maximaltiefe, der aufgrund der rauen Seebedingungen und der starken Strömungen allerdings den erfahreneren Zeitgenossen vorbehalten bleibt
Tauchen
An keinem anderen Platz der Welt stößt man so sicher auf den Weißen Hai wie in der südafrikanischen Gansbaai. Schließlich ist diese weit geschwungene Bucht für den größten und berüchtigsten Raubfisch reich gedeckter Tisch und Brutstätte gleichzeitig. Zu den weiteren Attraktionen gehören hier Wale: bei den Ausfahrten sind häufig Südkaper zu beobachten.

Eine knappe halbe Stunde Bootsfahrt vom kleinen Hafen von Gansbaai entfernt liegt außerdem Dyer Island - ein karges, flaches Stück Fels und Erde, auf dem unzählige Seevögel brüten.

Direkt daneben befindet sich der kleinere Gyser Rock, und auf dem dicht gedrängt gut 50.000 Seelöwen leben. Getrennt werden die beiden Inseln durch die Shark Alley, ein etwa 150 Meter breiter und 600 Meter langer Kanal, der ein bevorzugtes Jagdrevier der Weißen Haie darstellt.

Die Uferzonen von Dyer Island und Gyser Rock sind dicht mit Kelp bewachsen, und in dieses Gestrüpp wagen sich die Meeresräuber nicht - versichert zumindest Tourguide André Hartmann. Dafür liegen hier exzellente, nahezu unberührte Tauchplätze: Bis zu zehn Meter schicken die Kelppflanzen ihre dünnen Stengel an die Oberfläche, wo sich ihre Blätter zu einem dichten Gestrüpp verheddern. Durch diese Urwaldlandschaft führen Schneisen aus hellem Sand. Und die ganze Szenerie wird beherrscht von den Seelöwen, die hier jagen oder einfach nur herumtollen. Scheu vor Tauchern kennen diese Tiere nicht: Sie vollführen gewagte Kunststücke, rempeln die Neoprenträger auch mal gutmütig an oder versuchen in die Blitze des Fotografen zu beißen. Im Bund mit der unwirklich anmutenden Kelplandschaft sorgen diese Tiere für einen einmaligen Tauchplatz mit einfachen Bedingungen, der aber dennoch bislang nur einer Handvoll »Profis« vorbehalten war.
Schnorcheln
besser nicht (Weiße Haie), und direkt an der Küste ist nicht viel zu sehen. Ein Tipp: Schnorcheln in den Kelpwäldern am Dyer Island.
Unterkunft
Im Anlo Guest House, gelegen in De Kelders, einem Nachbarort von Gansbaai, logiert häufig taucherische Prominenz: Jean-Michel Cousteau, der Haiforscher Erich Ritter, der Fotograf Kurt Amsler und viele andere haben sich schon in die Gästeliste eingetragen. Kein Wunder: Hausherrin Annelie Rheeder verwöhnen ihre Gäste nach Strich und Faden, die Zimmer sind komfortabel, im Wohnzimmer verbreitet ein Kamin mit knisternden Holzscheiten familiäre Atmosphäre. Und wo sonst kann man schon beim Frühstück den springenden Walen in der Walker Bay zugucken?

Die Anschrift:
Anlo Guest House
Guthrie Street
De Kelders
(Postanschrift: Box 901, Hermanus 7200)
Tel. (00 27-28) 3 84-12 01
E-Mail anlo@kingsley.co.za.
Verpflegung
preiswerteste Steaks in den Dorflokalen.
Anreise
Von Kapstadt aus nimmt man am besten die Küstenstraße über Hermanus. Hier lohnt ein Stopp, denn die Bucht dieses Ortes ist ein Brutplatz für Buckelwale und Südkaper, die man vom Ufer aus wunderbar beobachten kann. Die Fahrtzeit von Kapstadt beträgt etwa eineinhalb Stunden.
Klima
subtropisch bis gemäßigt
Kleidung
im südafrikanischen Sommer (europäischer Winter) Kleidung für heißes Klima. Im Winter mindestens Pullover und leichte Jacke.
Beste Reisezeit
Oktober bis März
Tauchgepäck
am besten komplettes Equipment mitnehmen (außer Flasche und Blei). Keine Tauchbasis, nur Shark-Watcher vor Ort. Käfigtauchen ist oberflächengestützt.
Nächste Druckkammer
Simon's Town bei Kapstadt (ca. 200 km)
Medizinische Versorgung
Arzt vor Ort, schwere Fälle gehen nach Kapstadt.
Geld
besser ein paar Rand in bar mitnehmen
Sonstiges
Ganz klar: Gaansbai ist ein Kaff. Außer Weißhaitauchen, Kelptauchen mit Robben und Whalewatching im benachbarten Hermanus ist hier weder für Taucher noch andere Touristen viel zu wollen. Am besten mit einem Besuch in Kapstadt verbinden! Die Nachwirkungen der Apartheid sind hier wie in anderen ländlichen Teilen Südafrikas noch zu spüren: in den wohlhabenden Vierteln der kleineren Orte wohnen bis heute fast nur Weiße. Schwarze sind auf Tauchbasen nur als Hilfskräfte anzutreffen.
 
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